{"id":6516,"date":"2017-10-15T17:27:05","date_gmt":"2017-10-15T15:27:05","guid":{"rendered":"http:\/\/quietway.de\/hilfezurselbsthilfe\/?p=6516"},"modified":"2022-12-16T11:24:50","modified_gmt":"2022-12-16T10:24:50","slug":"reise-kakamega-bericht-2015-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quietway.de\/hilfezurselbsthilfe\/reise-kakamega-bericht-2015-2\/","title":{"rendered":"Reiseberichte 2017"},"content":{"rendered":"<p>Wie schnell doch so ein Jahr vergeht! Unsere kleine Reisegruppe, bestehend aus Bernardine, Sybilla, Barbara, Marga, Erika und mir, trifft sich in der riesigen Abflughalle des Frankfurter Flughafens. Wir alle sind sehr gespannt, was uns auf der gemeinsamen Reise so erwarten wird. Nach problemlosem Check-In, das Feststellen des Koffergewichts ist immer ein spannender Moment, besteigen wir auch schon recht bald unseren Flieger nach Nairobi. Unser Flug verl\u00e4uft sehr entspannt und nachdem etwa der H\u00e4lfte der Strecke geschafft ist, geht es auch schon ans Ausf\u00fcllen der notwendigen Einreise-Dokumente. Die Zeit vergeht \u201ewie im Flug\u201c und nach ca. 7,5 Stunden landen wir auch schon in Kenias Hauptstadt. Nachdem wir unsere Visa erhalten haben, folgt der obligatorische Marsch durch die kenianische Zollabfertigung. Hier m\u00fcssen wir zwar zwei Koffer \u00f6ffnen, aber die nette diensthabende Dame vom Zoll l\u00e4sst uns dann doch nach einer kurzen Diskussion um den Inhalt unseres Gep\u00e4cks und dem Vorzeigen unseres \u201eMission Letters\u201c unbehelligt passieren. Vor dem Flughafen werden wir schon von Collins und Ben erwartet und ganz herzlich begr\u00fc\u00dft. Nachdem alles Gep\u00e4ck in den beiden Fahrzeugen verstaut ist, versuchen Bernardine und ich noch im nahegelegenen Cargo-Center an unsere zus\u00e4tzlichen Koffer, die wir im Voraus mit Unterst\u00fctzung von Immo Walter, der f\u00fcr LH arbeitet, bereits verschickt hatten, zu kommen. Das gestaltet sich aber nicht ganz so einfach und wir werden auf den folgenden Tag vertr\u00f6stet.<\/p>\n<p>Als wir schlie\u00dflich gegen Mitternacht an unserer Unterkunft im Kolping-Center Langata ankommen, sind wir alle ziemlich ersch\u00f6pft, werden aber noch mit einem leckeren Midnight Dinner verw\u00f6hnt. Danach wird noch kurz der folgende Tag geplant und dann geht\u2019s endlich ab ins Bett.<\/p>\n<p><strong>06.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Da heute zweierlei wichtige Aufgaben zu erledigen sind, teilen wir unsere Gruppe auf. Sybilla, Barbara, Erika und Marga machen sich in Begleitung von Ben auf in die Innenstadt von Nairobi, um in L\u00e4den und auf Handwerkerm\u00e4rkten die in Deutschland sehr beliebten kenianischen Mitbringsel zu besorgen, die wir auf verschiedenen Veranstaltungen immer zum Verkauf anbieten. Auf ihrer Tour bleibt auch noch gen\u00fcgend Zeit, um einen kurzen Abstecher ins Elefanten-Waisenhaus etwas au\u00dferhalb von Nairobi zu unternehmen. Bernardine und ich sind schon etwas fr\u00fcher zusammen mit Collins unterwegs zum African Freight Center, um an unsere vorausgeschickten Koffer zu gelangen. Hier beginnt nun f\u00fcr uns eine lange Odyssee durch den Verwaltungs- und Beh\u00f6rdendschungel des kenianischen Imports. Es handelt sich zwar nur um \u201eSachspenden ohne hohen materiellen Restwert\u201c, gebrauchte Kinderkleidung eben, aber wir h\u00e4tten nicht im Traum daran gedacht, dass wir fast 8 Stunden brauchen w\u00fcrden, um besagte Gep\u00e4ckst\u00fccke wieder in Empfang nehmen zu k\u00f6nnen. Mit unvorhergesehenen Kosten f\u00fcr den erforderlichen \u201eVermittlungs-Agenten\u201c, die Lagerung, das Handling sowie den Zoll hatten wir nicht wirklich gerechnet. Aber gut, so ist das eben hier in Kenia! Am fr\u00fchen Abend, zur\u00fcck in unserer Unterkunft, sto\u00dfen dann auch Lothar und Franz, die mit einer anderen Fluglinie angereist sind, noch zu uns und vervollst\u00e4ndigen unser diesj\u00e4hriges Team. Beim gemeinsamen Abendessen leisten uns Flora, eine fr\u00fchere Klassenkameradin von Bernardine, und Sadig Gesellschaft. Sadig ist gerade dabei, seine eigene kleine Tauchschule im Mombasa aufzubauen und erh\u00e4lt durch seine Pateneltern tatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung u. a. in Form von Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden. Wir sitzen gem\u00fctlich beisammen und tauschen uns \u00fcber das Erlebte des zur\u00fcckliegenden Tages aus. Ein k\u00fchles Tusker darf dabei nat\u00fcrlich nicht fehlen. Sp\u00e4t wird es am heutigen Abend aber nicht, denn wir m\u00f6chten am n\u00e4chsten Tag recht fr\u00fch aufbrechen, um vor Einbruch der Dunkelheit in Kakamega anzukommen.<\/p>\n<p><strong>07.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Kurz nach 7:00 Uhr brechen wir auf in Richtung Kakamega. Wir fahren mit dem gleichen ger\u00e4umigen Van wie letztes Jahr und auch der Fahrer ist uns bestens bekannt. Ben und Collins begleiten uns bei regnerischem Wetter auf der n\u00e4chsten \u201eEtappe\u201c unserer Reise. Das schlechte Wetter h\u00e4lt leider w\u00e4hrend der ganzen Fahrt an und so k\u00f6nnen wir die sich eigentlich auf unserer Route bietenden wundersch\u00f6nen landschaftlichen Ausblicke wegen tiefh\u00e4ngender Wolken und meist beschlagenen Scheiben nicht wirklich genie\u00dfen. Wir kommen trotzdem gut voran, aber kurz hinter Naivasha f\u00e4hrt uns ein nachfolgender Bus im dichten Verkehr aufs Heck. Dabei wird zu allem \u00dcbel durch den nach vorne stehenden R\u00fcckspiegel des Busses unsere Heckscheibe zertr\u00fcmmert. Ansonsten ist niemandem etwas passiert. Die beiden Fahrer einigen sich nach l\u00e4ngerer Diskussion, wie der Schaden reguliert werden soll, und das ganz ohne Polizei. Lothar, Franz und ich k\u00fcmmern uns in der Zwischenzeit um einen \u201eErsatz\u201c f\u00fcr unsere Heckscheibe, da ein Fahrzeugwechsel viel Zeit in Anspruch nehmen und zus\u00e4tzliche Kosten verursachen w\u00fcrde. Zum Gl\u00fcck hat unser Van eine gro\u00dfe Abdeckplane f\u00fcr Dachgep\u00e4ck an Bord, die wir mit unseren mitgebrachten Kabelbindern und einem Seil \u201efachgerecht\u201c am Dachtr\u00e4ger und der Sto\u00dfstange befestigen. Es gelingt uns, eine recht stabile und dichte Konstruktion zu realisieren, sodass wir nach etwas mehr als einer Stunde unsere Fahrt fortsetzen k\u00f6nnen. Unser Provisorium bew\u00e4hrt sich recht gut, der Fahrzeuginnenraum bleibt trocken und windgesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Von den politischen Unruhen im Land wegen der Pr\u00e4sidentschaftswahlen bekommen wir w\u00e4hrend der gesamten Fahrt nichts mit. Selbst in Kisumu, der Hochburg des kenianischen Oppositionsf\u00fchrers, ist die Lage sehr ruhig. Unsere kenianischen Begleiter, samt Fahrer \u00fcbrigens Angeh\u00f6rige von drei verschiedenen St\u00e4mmen, haben vorher entsprechende Informationen \u00fcber unsere Reiseroute eingeholt und so zus\u00e4tzlich eine sichere Fahrt gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Nach ca. 10 Stunden erreichen wir dann endlich wohlbehalten unsere Unterkunft in Kakamega, werden im Convent der Sisters of Mary sehr herzlich empfangen und treffen liebe Bekannte wieder. Der Convent steht seit einiger Zeit unter der Leitung von Sister Genevieve. Sister Magdalena wurde in einen anderen Convent versetzt. Sp\u00e4ter bekommen wir noch ein leckeres Abendessen serviert, besprechen kurz den morgigen Tagesablauf und gehen ziemlich ersch\u00f6pft zeitig zu Bett.<\/p>\n<p><strong>08.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Gleich nach dem Fr\u00fchst\u00fcck holt uns Joseph, unser Fahrer f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Wochen, ab und wir fahren Richtung Waisenhaus. Die Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse auf der urspr\u00fcnglichen Strecke zum Waisenhaus haben sich nicht verbessert, sodass wir auf der kurzen Strecke ordentlich durchgesch\u00fcttelt werden. Mittlerweile gibt es auch eine gut ausgebaute zweite Strecke, die von der anderen Seite her zum Waisenhaus f\u00fchrt und auf der lediglich die letzten ca. dreihundert Meter noch \u00e4hnlich einer Schotterpiste sind. Diese Strecke nutzen wir dann w\u00e4hrend unseres Aufenthalts nat\u00fcrlich so oft wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Am Waisenhaus angekommen, gehen wir die letzten Meter zu Fu\u00df und k\u00f6nnen bereits von weitem unser ganz pers\u00f6nliches Begr\u00fc\u00dfungslied h\u00f6ren. Scheinbar hat jemand \u201eSchmiere gestanden\u201c und uns angek\u00fcndigt. Als sich dann das gro\u00dfe Tor \u00f6ffnet, werden wir alle ganz herzlich mit einer Rose begr\u00fc\u00dft, unz\u00e4hlige Male umarmt und m\u00fcssen viele, viele H\u00e4nde sch\u00fctteln. Die Kinder sind sehr froh, dass wir nun endlich angekommen sind und auch wir freuen uns auf spannende und ereignisreiche Tage. Recht bald nach der Begr\u00fc\u00dfung machen wir dann auch schon eine erste kleine Bestandsaufnahme, was es in den n\u00e4chsten beiden Wochen zu erledigen gilt. Diana, eine sehr engagierte junge Frau, die ihr Studium abgeschlossen und seit einem halben Jahr ein Praktikum in unserem Waisenhaus absolviert, unterst\u00fctzt uns dabei. Unser Hauptaugenmerk liegt in diesem Jahr auf den sanit\u00e4ren Anlagen, die wir z. T. erneuern und auch ausbauen m\u00f6chten. Es soll ein entsprechender Neubau mit drei Toiletten und drei Duschen realisiert werden. Hier machen wir uns erste Gedanken \u00fcber den Standort und die Organisation der Bauarbeiten. Lothar und Franz erstellen bereits erste Pl\u00e4ne. Auch die Wasserver- und entsorgung ist immer ein Thema. Hier leistet PAUL, die im letzten Jahr mitgebrachte Wasserreinigungsanlage, nach wie vor gute Arbeit. Der Rauchabzug bzw. Ofen der neuen K\u00fcche muss verbessert und verschiedene kleinere Dinge wieder in Stand gesetzt werden. Es gibt also reichlich zu tun. Am Nachmittag gehen wir dann gemeinsam zum Bildungshaus, um dort ebenfalls nach dem Rechten zu sehen. Die vor einem Jahr installierte und aufgebaute Technik ist in sehr gutem Zustand. In der Schreinerwerkstatt und der N\u00e4hstube wird flei\u00dfig gearbeitet. Die Elektro- und PC-Ausbildung findet einmal w\u00f6chentlich, meist samstags statt. Die Investitionen in das Bildungshaus tragen also bereits Fr\u00fcchte. Wie immer vergeht die Zeit wie im Flug und bevor es dunkel wird machen wir uns auf den Weg zur\u00fcck in die Unterkunft.<\/p>\n<p><strong>09.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Heute beginnen wir den Tag mit einer Fr\u00fchmesse in der kleinen Kapelle des Convents. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck steht wie gewohnt unser Klein-Bus vor dem Haus, der uns zun\u00e4chst in die Innenstadt bringt. Hier treffe ich mich mit Lothar und Franz, die ihr Quartier mittlerweile, wie bei ihrem ersten Besuch in Kakamega vor zwei Jahren, bei Bishop Stam haben. Wir besorgen beim indischen H\u00e4ndler etliche Dinge, die wir f\u00fcr die ersten Reparaturen an den sanit\u00e4ren Anlagen des Hauptgeb\u00e4udes ben\u00f6tigen. Auch ein Werkzeug zum Gewindeschneiden k\u00f6nnen wir uns gegen eine entsprechend Geb\u00fchr ausleihen. Wir versprechen, dieses um 17:00 Uhr zur\u00fcckzubringen und man hat vollstes Vertrauen in die \u201eMzungus\u201c, dass das auch klappt. Sp\u00e4ter leihen wir dieses Werkzeug noch sehr oft aus. Mit einem Tuc Tuc fahren wir schlie\u00dflich zur\u00fcck zum Waisenhaus und beginnen mit den ersten Arbeiten, stets unterst\u00fctzt durch John (der Mann mit der Baufirma) und sein Team.<\/p>\n<p>Bernardine, Sybilla, Barbara, Erika und Marga haben sich w\u00e4hrend unserer Abwesenheit bereits um die ersten vorausgeschickten Pakete gek\u00fcmmert und auch mit den Kindern gespielt. Schminken, Sing- und Tanzspiele sorgen hier f\u00fcr leuchtende Kinderaugen und ganz viel Spa\u00df.<\/p>\n<p>Zwischendurch macht die kenianische Regenzeit mit kurzen aber heftigen Schauern ihrem Namen alle Ehre. Bernardine regelt wie immer im Hintergrund viele wichtige organisatorische Dinge. So kommt am sp\u00e4ten Nachmittag eine gro\u00dfe Lieferung Mais, die bei str\u00f6menden Regen rasch durch etliche helfende H\u00e4nde im Lagerraum verstaut wird. Schlie\u00dflich neigt sich auch dieser anstrengende aber auch erlebnisreiche Tag seinem Ende. Abends im Convent gibt es das gewohnt leckere Essen, Chetan unser stets zuverl\u00e4ssiger und hilfsbereiter \u201eHaus- und Hoflieferant\u201c kommt noch auf ein k\u00fchles Tusker vorbei und die allabendliche Besprechung der Aufgaben f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag fehlt nat\u00fcrlich auch nicht.<\/p>\n<p><strong>10.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Den heutigen Tag verbringen Franz, Lothar und ich \u00fcberwiegend mit Planungs- und Vermessungsarbeiten sowie organisatorischen Dingen rund um den Neubau.<\/p>\n<p>Marga und Erika besch\u00e4ftigen sich wieder ausgiebig mit den Kindern und bringen so viel Abwechslung in deren Alltag. Sie vertreiben den Kindern mit verschiedenen Spielen, dem Singen von Liedern und nat\u00fcrlich wieder mit einem Schminktisch die Zeit. Es sind oft die einfachen Dinge, die den Kindern am meisten Spa\u00df bereiten und die beiden widmen sich ihrer Aufgabe mit gro\u00dfer Begeisterung.<\/p>\n<p>Sybilla erkundigt sich bei den \u00e4lteren M\u00e4dchen in einer reinen \u201eDamenrunde\u201c, was diesen so alles auf dem Herzen liegt. Aber auch f\u00fcr die j\u00fcngeren Kinder hat sie zwischendurch stets ein offenes Ohr und erf\u00e4hrt so viel \u00fcber deren Alltagssorgen. Solche pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4che sind \u00fcberaus wichtig, um mehr \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse und die jeweilige Situation eines jeden einzelnen Kindes zu erfahren.<\/p>\n<p>Barbara ist die meiste Zeit in ihrer \u201eKleiderkammer\u201c und sortiert flei\u00dfig Kleidungsst\u00fccke nach Gr\u00f6\u00dfe und Geschlecht. Das macht sehr viel Arbeit, die sie aber gerne und mit viel Freude erledigt. Ab und An kommt sie dann auch mal auf den Hof, um ein wenig afrikanischer Sonne zu tanken.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr unser diesj\u00e4hriges \u201eGro\u00dfprojekt\u201c, das neu zu bauenden Dusch- und Toilettengeb\u00e4ude, werden im Lauf des Tages schon die ersten Vorarbeiten geleistet. Lothar k\u00fcmmert sich um die Leerung der bereits vorhandenen Grube und zeichnet sp\u00e4ter detaillierte Pl\u00e4ne f\u00fcr den Neubau. Franz macht sich entsprechend Gedanken um die sp\u00e4tere Wasserversorgung und -entsorgung. Ich assistiere hier und da ein bisschen und sorge mit mehreren flei\u00dfigen Helfern daf\u00fcr, dass das Oberfl\u00e4chenwasser nicht mehr in die geleerte Grube flie\u00dfen kann und diese unn\u00f6tig f\u00fcllt. Das gelingt uns mit Hilfe eines provisorischen Grabens entlang des Gem\u00fcsegartens. Sp\u00e4ter helfe ich noch Brian und Dennis dabei, Drahtgeflechte an die beiden T\u00fcren des Hasenhauses anzubringen. Diese k\u00f6nnen nun tags\u00fcber stets offenbleiben, sodass es im Hasenhaus nicht mehr so extrem hei\u00df wird und stets Frischluft hineinstr\u00f6men kann. Den Hasen gef\u00e4llt\u2018s, sie genie\u00dfen gleich ihre neue Aussicht. Die Idee zu dieser Verbesserung hatte \u00fcbrigens Erika, der das Wohl der Hasenfamilie sehr am Herzen liegt. Nun, die Zeit vergeht auch heute wieder rasend schnell und nachdem Bernardine vom letzten ihrer heutigen organisatorischen \u201eAusfl\u00fcge\u201c zur\u00fcckkehrt, trommelt sie ihr Team zusammen und es geht zur\u00fcck in die Unterkunft.<\/p>\n<p>Franz und Lother bleiben auch heute wieder etwas l\u00e4nger am Waisenhaus als der Rest der Gruppe. Lothar sitzt noch in seinem \u201eB\u00fcro\u201c und zeichnet flei\u00dfig Pl\u00e4ne, Franz hilft tatkr\u00e4ftig in Johns Team bei der Verlegung der Abwasserrohre mit.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnenswert finde ich noch den leckeren Viktoria-Barsch, frisch aus dem nahege-legenen Viktoriasee bei Kisumu gefangen, den wir zum Abendessen serviert bekommen. Ein Extra-Lob an das K\u00fcchenteam um Millicent und ihre Helfer!<\/p>\n<p><strong>11.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Der heutige Tag gestaltet sich \u00e4hnlich wie der gestrige. An der Grube werden noch letzte Arbeiten durchgef\u00fchrt, so dass diese nun wieder voll funktionst\u00fcchtig ist. Weitere Leitungen f\u00fcr das Abwasser aus dem Haupthaus werden verlegt, allerdings geht uns hier gegen Mittag das Material aus und es m\u00fcssen erst wieder neue Rohre besorgt werden. Ein altes, nicht mehr in Betrieb befindliches Toilettenhaus wird von Johns Leuten abgerissen und der Bauschutt entsorgt. Wegen des Neubaus werden noch letzte Details besprochen und schlie\u00dflich das erforderliche Baumaterial geordert. Au\u00dferdem widmen wir uns im Lauf des Tages noch dem Rauchabzug in der neuen K\u00fcche, der leider noch nie richtig funktioniert hat und das Arbeiten darin doch erheblich erschwert. Wir sind uns einig, dass der vorhandene Ofen unbedingt umgebaut und auch die Zwischendecke des Raums entfernt werden muss.<\/p>\n<p>Marga und Erika sind wie gewohnt ganz f\u00fcr die Kinder da und unterhalten sie mit Vorlesen, Ausmalen und vielerlei Anderem.<\/p>\n<p>Bernardine, Barbara und Sybilla fahren nachmittags mit einigen Kindern in die Innenstadt, um noch Kleidungsst\u00fccke und Schuhe zu kaufen, die ben\u00f6tigt werden, aber nicht in unserem mitgebrachten Sortiment waren.<\/p>\n<p><strong>12.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Es ist Sonntag und wir besuchen am Morgen den Gottesdienst in der St. Joseph Church, der so ganz anders gestaltet wird, wie wir das aus Deutschland gewohnt sind. Die Messe ist sehr feierlich und stimmungsvoll mit viel Gesang und Tanz. In deren Verlauf werden auch verschiedene Gaben zum Altar gebracht und hier d\u00fcrfen wir uns mit einigen mitgebrachten Lebensmitteln in die lange Schlange der \u00dcberbringer einreihen.<\/p>\n<p>Zum Mittagessen sind wir bei Chetan zu Hause eingeladen. Er und seine Frau bereiten uns ein vorz\u00fcgliches indisches Mehrg\u00e4nge-Men\u00fc, bei dem das Leibgericht von Chetan \u201eEgg-Curry\u201c nat\u00fcrlich nicht fehlen darf. Dazu trinken wir Tusker und Rotwein.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag machen wir noch einen kurzen Abstecher zur Familie unserer Convent-Leiterin Sister Genevieve. Ihr Zuhause liegt sehr sch\u00f6n etwas au\u00dferhalb der Stadt und wir verbringen dort zwei wundersch\u00f6ne Stunden bei Tee und leckerem Geb\u00e4ck. Als kleines Dankesch\u00f6n f\u00fcr unseren Besuch bekommen wir dann noch zwei lebendige H\u00fchner mit auf den Weg!<\/p>\n<p>Den Abend verbringt unsere Gruppe dann ganz entspannt im Convent. Ich folge gerne einer Einladung von Chetan, mir noch ein wenig die Stadt zu zeigen und auch bei ihm zu \u00fcbernachten. Sehenswert sind in der Innenstadt besonders der Golfplatz mit angeschlossenem Park und das Golfhotel. Hier verweilen wir dann etwas und genie\u00dfen das ein oder andere Tusker, dabei plaudern wir \u00fcber die Lebensbedingungen in Kenia und die Sorgen eines kenianischen Gesch\u00e4ftsmannes. Korruption und zahlungsunwillige Kunden sind da noch die kleineren \u00dcbel. Wieder zu Hause bei Chetan angekommen bereitet uns seine Frau noch einen kleinen Abend-Imbiss, Gem\u00fcsetoast mit Cream, und so endet dann ein ereignisreicher Tag mit vielen neuen Eindr\u00fccken und netten Begegnungen.<\/p>\n<p><strong>13.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Nach einem \u00fcberaus leckeren und \u00fcppigen indischen Fr\u00fchst\u00fcck mit Chetan und seiner Familie treffe ich mich wieder mit dem Rest der Gruppe. Heute ist ein wichtiger Tag, denn es beginnen endlich die Bauarbeiten f\u00fcr das neue Dusch- und Toilettenhaus. W\u00e4hrend immer mal wieder verschiedene Baumaterialien angeliefert werden, beginnen John und seine M\u00e4nner mit den Vorarbeiten f\u00fcr die Bodenplatte. Aus statischen Gr\u00fcnden muss \u00fcber der Grube ein entsprechendes Eisengeflecht eingearbeitet werden. Parallel dazu wird weiter am Abwasser- und Frischwassersystem des Hauptgeb\u00e4udes gearbeitet. Auch an der Solaranlage ist eine Reparatur erforderlich. Wir sind alle gut besch\u00e4ftigt. Barbara versorgt die Kinder weiter nach und nach mit \u201eneuer\u201c Kleidung, Erika und Marga \u00fcben mit ihnen ein kleines Theaterst\u00fcck ein, Sybilla und Bernardine sind in organisatorischen Dingen unterwegs.<\/p>\n<p>Nachmittags helfen Brian und Hottence kr\u00e4ftig mit, die Zwischendecke in der neuen K\u00fcche zu demontieren. Eine Ma\u00dfnahme, die den unzureichenden Rauchabzug verbessern soll.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem unternehmen die Frauen noch eine Besorgungsfahrt in die Stadt, bei der sie, sehr zu deren Freude, auch einige Kinder begleiten d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Abends sind wir bei Caroline, die uns immer mal wieder mit Fahrdiensten unterst\u00fctzt, zum Essen eingeladen. Einigen von uns bietet sich dabei sogar die Gelegenheit, mal mit einem \u00fcbergro\u00dfen Kochl\u00f6ffel ein wenig bei der Ugali-Zubereitung mitzuhelfen.<\/p>\n<p><strong>14.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Unser Team teilt sich am heutigen Vormittag etwas auf. Bernardine und Sybilla starten schon sehr fr\u00fch Richtung Town Center, um verschiedene Eink\u00e4ufe und Organisatorisches zu erledigen. Marga und Erika haben heute zun\u00e4chst \u201efrei\u201c und unternehmen einen kleinen Ausflug in den nahegelegenen Kakamega Forest. Franz, Lothar und ich sind wie in den Tagen zuvor mit der Verlegung von Leitungen und Rohren besch\u00e4ftigt und unterst\u00fctzen John und seine M\u00e4nner bei den gut voranschreitenden Bauarbeiten. Am Nachmittag statten Bernardine und Barbara der von unserem Verein unterst\u00fctzten Frauengruppe etwas au\u00dferhalb von Kakamega einen Besuch ab. Hier leben ca. 15 Frauen zum Teil mit Kindern, deren Schicksale sich sehr \u00e4hneln, in einer gut harmonierenden Gemeinschaft zusammen. Mit ein wenig Unterst\u00fctzung sorgen sie durch verschiedene handwerkliche T\u00e4tigkeiten und eine kleine Tierhaltung weitestgehend selbstst\u00e4ndig f\u00fcr ihren Lebensunterhalt und meistern ihr nicht einfaches Leben am Rande der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Den heutigen Abend lassen wir gem\u00fctlich in unserem Convent ausklingen.<\/p>\n<p><strong>15.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Heute ist f\u00fcr viele Kinder ein mit Spannung erwarteter Tag, denn alle bekommen nun endlich ihre zus\u00e4tzlich mitgebrachten Patengeschenke \u00fcberreicht. Nach dem obligatorischen Erinnerungsfoto laufen die meisten Kinder gleich ganz eilig in ihr Zimmer oder zu einem ruhigen Pl\u00e4tzchen auf dem Gel\u00e4nde des Waisenhauses, um die Geschenke auszupacken und genau zu inspizieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen gehen s\u00e4mtliche Bauarbeiten z\u00fcgig weiter. Lothar und Franz kommen gut mit der Zuleitung und den Verteilerleitungen f\u00fcr das Frischwasser der einzelnen Geb\u00e4ude voran. Man muss den beiden an dieser Stelle einfach mal ein gro\u00dfes Kompliment aussprechen, wie sie immer wieder aus teilweise qualitativ nicht hochwertigem Material und mit einfachen Werkzeugen einwandfrei funktionierende Leitungssysteme \u201ezaubern\u201c.<\/p>\n<p>Ich halte im Lauf des Vormittags \u201emeine erste Unterrichtsstunde\u201c im Bildungshaus \u00fcber die Grundlagen der Elektrotechnik. Erg\u00e4nzend zur Theorie arbeiten die Sch\u00fcler mit vom T\u00dcV Darmstadt gespendeten kleinen Baus\u00e4tzen. So lernen sie mit verschiedenen Bauteilen eigene einfache Stromkreise aufzubauen. Die Kinder sind von der blau leuchtenden LED auf ihrem Board sehr begeistert.<\/p>\n<p>Erika legt heute mal eine Pause ein und ist im Convent bei den Schwestern geblieben. Ihr unerm\u00fcdlicher Einsatz w\u00e4hrend des Tagesprogramms f\u00fcr die Kinder hat sie doch einiges an Kraft gekostet.<\/p>\n<p>Marga, Barbara, Sybilla und Bernardine k\u00fcmmern sich den ganzen Tag \u00fcber um die Kinder. Am Abend sind wir dann bei Rose zum Essen eingeladen. Sie war schon zu Besuch in Deutschland und ist die Mama von Sarah, einer Freundin Bernardines, die seit langem mit ihrer Familie in der N\u00e4he von W\u00fcrzburg lebt und uns in Deutschland immer mal wieder bei verschiedenen Veranstaltungen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>16.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Der \u00f6rtliche Viehmarkt etwas au\u00dferhalb von Kakamega ist unser erstes Ziel am heutigen Tag. Samson, unser Experte f\u00fcr den Kauf von Tieren vor Ort, begleitet uns dabei. Der Markt ist ein einziges Gewusel aus Mensch und Tier und schon ein ganz spezielles Erlebnis f\u00fcr uns alle. Auf einem gro\u00dfen Areal stehend hunderte von Rindern und nat\u00fcrlich deren Besitzer dicht gedr\u00e4ngt beieinander. Man muss schon aufpassen, denn st\u00e4ndig kreuzen irgendwelche K\u00fche oder K\u00e4lber unseren Weg. Bernardine und Samson \u00fcbernehmen die Kaufverhandlungen mit den Viehh\u00e4ndlern und werden auch recht bald mit einem von ihnen handelseinig, sodass sie den Zuschlag f\u00fcr unsere neue Kuh \u201eIngo\u201c erhalten. Am sp\u00e4ten Nachmittag erreicht \u201eIngo\u201c dann per Pick-Up-Transport sein neues Zuhause und f\u00fchlt sich gleich sichtlich wohl. Der Tag am Waisenhaus ist, wie sollte es anders sein, sehr arbeitsreich, es geht gut voran an allen kleinen und gro\u00dfen Baustellen. Am Bildungshaus findet die t\u00e4gliche E-Technik-Lesson statt und das Spiel- und Freizeitprogramm der Kinder ist spannend und abwechslungsreich.<\/p>\n<p>Eine kleine Begebenheit bei einem kurzen Abstecher in die Stadt zum Schuh- und Rucksackkauf m\u00f6chte ich gern an dieser Stelle noch erw\u00e4hnen. Die drei \u201egro\u00dfen Jungs\u201c Hottence, sein Bruder Orestus und Brian begleiten uns zwecks Anprobe. Nachdem alle Eink\u00e4ufe erledigt sind, gehe ich noch schnell zum \u201eindischen Baumarkt\u201c und Sybilla wartet mit den Buben vor dem Schuhgesch\u00e4ft. Da wir \u00fcber die Mittagszeit unterwegs sind, haben die drei nat\u00fcrlich irgendwann auch Hunger und fragen, ob sie sich nicht einen Apfel kaufen d\u00fcrfen. Gesagt, getan, Hottence erkundigt sich an einem kleinen mobilen Obststand direkt neben dem Schuhladen nach dem Preis, Sybilla gibt ihm etwas Geld und schon ist f\u00fcr einen kleinen Imbiss gesorgt. Bevor Hottence aber die erstandenen \u00c4pfel an die anderen Jungs weiterreicht, bemerkt er neben sich einen Stra\u00dfenjungen, der sicher auch l\u00e4ngere Zeit nichts gegessen hat. Ohne Z\u00f6gern geht er zur\u00fcck und kauft vom Wechselgeld einen weiteren Apfel f\u00fcr diesen Jungen. Dieser dankt es ihm mit einem kurzen L\u00e4cheln und geht weiter seiner Wege. Soviel zu dieser kleinen bemerkenswerten Geschichte um eine, wie ich finde, feine menschliche Geste von Hottence.<\/p>\n<p>Ein Highlight ist das heutige Abendprogramm. Wir sind wieder bei Bishop Philip Sulumeti zu Gast, der im August seinen 80-sten Geburtstag feiern konnte. Der Bishop erz\u00e4hlt sehr unterhaltsam von seinen vielen Erlebnissen in Deutschland. Er hat einige Zeit in Seckmauern, gar nicht weit weg von Aschaffenburg, verbracht. Aus seinem Buch liest er uns einige Zeilen vor, in denen er sich Gedanken um die gesellschaftliche und politische Situation in Kenia macht. Im Verlauf des Abends singen wir dann noch das ein oder andere deutsche Lied gemeinsam mit dem Bishop und nat\u00fcrlich darf auch das obligatorische Geburtstagsst\u00e4ndchen nicht fehlen. Bei einigen Gl\u00e4sern Tusker und auch Rotwein verbringen wir eine sehr unterhaltsame und gesellige Zeit miteinander.<\/p>\n<p><strong>17.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Der heutige Tag ist schon ein klein wenig von Abschiedsstimmung gepr\u00e4gt, zumindest was Lothar, Franz, Barbara, Marga, Erika und mich angeht. Einige der Kinder verfassen kurze, aber auch sehr pers\u00f6nliche Briefchen, in denen sie sich f\u00fcr die gemeinsam verbrachte Zeit mit uns und die geleistete Arbeit bedanken. Diese stecken sie uns immer mal wieder w\u00e4hrend des Tages zu.<\/p>\n<p>Lothar und Franz haben die Arbeiten zur Erneuerung der Wasserver- und entsorgung gr\u00f6\u00dftenteils abgeschlossen, den Anschluss des Neubaus k\u00f6nnen dann John und sein Team noch problemlos zu Ende bringen. S\u00e4mtliche Mauern des neuen Geb\u00e4udes stehen, so dass in K\u00fcrze mit dem Dachstuhl und dem Anbringen der Dachbleche begonnen werden kann. Alle neu angeschafften Matratzen und Moskitonetze sind von Sybilla und Diana verteilt bzw. mit Hilfe von Frankline befestigt worden. Auch die verbleibenden Kleiderspenden finden schlie\u00dflich noch Abnehmer und Barbara ist froh, endlich den letzten Koffer leerger\u00e4umt zu haben. Im Bildungshaus findet f\u00fcr die \u201eangehenden Elektriker\u201c des Waisenhauses noch eine wichtige Unterrichtseinheit mit dem Thema \u201eSicherheit im Umgang mit Elektrizit\u00e4t\u201c statt. Dabei werden noch einige Poster an der Wand des Unterrichtsraumes befestigt zu all den Themen, die wir in der zur\u00fcckliegenden Woche behandelt haben, \u201eNachschlagewerke\u201c sozusagen.<\/p>\n<p>Marga und Erika machen am heutigen Tag einen Abstecher an den Viktoriasee und schildern uns sp\u00e4ter ihre vielen spannenden Erlebnisse am See, berichten aber auch von ihrer abenteuerlichen R\u00fcckfahrt direkt durch das an diesem Tag von politischen Unruhen gepr\u00e4gte Kisumu. Ihre Schilderungen \u00fcber brennende Reifen und aufgew\u00fchlte Menschenmassen an Stra\u00dfensperren kennen wir sonst nur aus der Tagesschau.<\/p>\n<p>Den Abend verbringen wir heute zusammen mit den Sisters der St. Josephs Girls School, die uns mit einem leckeren Essen verw\u00f6hnen und uns in interessanten Gespr\u00e4chen ihre Einsch\u00e4tzung der momentanen politischen und gesellschaftlichen Situation in Kenia erl\u00e4utern. Auch die verschiedenen Projekte von Quiet Way liefern sehr unterhaltsamen Gespr\u00e4chsstoff f\u00fcr einen kurzweiligen Abend. Sybilla war \u00fcbrigens nicht mit dabei, sie war mit \u201eihren drei Gro\u00dfen Jungs\u201c Erick, Goddy, Frankline und dessen Frau Vivian in Kakamega gem\u00fctlich zum Essen aus.<\/p>\n<p><strong>18.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Heute ist f\u00fcr Barbara, Marga, Erika, Franz, Lothar und mich der vorerst letzte Tag im Waisenhaus. Es m\u00fcssen noch verschiedene Kleinigkeiten erledigt bzw. organisiert werden. Eine Dusche im Haupthaus wird abschlie\u00dfend funktionst\u00fcchtig gemacht und die erstellten Pl\u00e4ne der neuen Wasserversorgung werden erl\u00e4utert. Hier sind nun Diana und Brian nach einer ausf\u00fchrlichen Einweisung f\u00fcr deren Bedienung zust\u00e4ndig. Selbstverst\u00e4ndlich gilt es auch zum Schluss ein wenig aufzur\u00e4umen und die Werkzeuge ordentlich aufzubewahren. Der von uns oft als Werkstatt benutzte Vorraum im Haupthaus, in dem Barbara zusammen mit den \u00e4lteren M\u00e4dchen einen Weihnachtsbaum aufgestellt und festlich geschm\u00fcckt hat, erlangt nun endlich wieder seine urspr\u00fcngliche Bestimmung als Aufenthalts- und Unterrichtsraum. Zum Mittagessen bereiten uns die Kinder und Frauen nochmals ein tolles Essen mit Tschapati und Teigwaren als Beilage. Am fr\u00fchen Nachmittag m\u00fcssen wir dann leider auch schon Abschied von den Kindern und all den anderen nehmen. Wir bekommen auch dieses Jahr wieder unser ganz spezielles Abschiedslied gesungen, in dem jeder von uns nochmals pers\u00f6nlich Erw\u00e4hnung findet. Hierbei l\u00e4sst sich die eine oder andere Tr\u00e4ne einfach nicht vermeiden. Wer mag, darf noch ein paar eigene Worte an die Kinder richten, die sich anschlie\u00dfend mit herzlichen Umarmungen f\u00fcr die gemeinsam verbrachte Zeit und die geleistete Arbeit bedanken. Als wir schlie\u00dflich vom Hof des Waisenhauses fahren und nochmals kurz zur\u00fcckschauen, sehen wir unz\u00e4hlige winkende kleine und gro\u00dfe Kinderh\u00e4nde. Was wir mit auf unsere R\u00fcckreise nehmen, ist die Erinnerung an viele sch\u00f6ne Momente, in denen uns die Kinder immer wieder mit ihrer Warmherzigkeit und Lebensfreude angesteckt haben.<\/p>\n<p>Die Arbeiten am Waisenhaus gehen nat\u00fcrlich auch ohne uns weiter und wir freuen uns schon auf die Bilder, die uns dann zeigen werden, wie das Dach unseres Neubaus entsteht, Verputzer- und Installationsarbeiten erledigt werden und wie der Ofen in der neuen K\u00fcche nach seiner Komplettsanierung aussieht.<\/p>\n<p>Abends im Convent m\u00fcssen wir dann unsere Koffer packen und eingekaufte Gegenst\u00e4nde, die f\u00fcr den Verkauf in Deutschland vorgesehen sind, gleichm\u00e4\u00dfig auf unser Gep\u00e4ck verteilen. Das obligatorische Abschiedsfest mit unseren Gastgeberinnen den Sisters of Mary und einigen unserer flei\u00dfigen Helfer und Unterst\u00fctzer darf nat\u00fcrlich auch nicht fehlen. So verbringen wir einen \u00fcberaus stimmungsvollen Abend mit sehr guten, lieb gewonnenen Freunden, die uns ebenfalls nochmals ganz herzlich und mit kleinen Geschenken verabschieden, nicht ohne uns darauf hinzuweisen, doch bitte im n\u00e4chsten Jahr wieder zu kommen.<\/p>\n<p><strong>19.11.2017<\/strong><\/p>\n<p>Bevor wir heute endg\u00fcltig Kakamega verlassen, verbringen wir, da der Flieger nach Nairobi erst am fr\u00fchen Abend startet, noch einen entspannten und gem\u00fctlichen Vormittag.<\/p>\n<p>Lothar und Franz haben sich schon fr\u00fcher per Matatu auf den Weg in die Hauptstadt gemacht, denn sie m\u00f6chten ihren Aufenthalt in Afrika verl\u00e4ngern und von dort aus nach Arusha in Tansania weiterreisen.<\/p>\n<p>Wir machen einen kleinen Stadtrundgang und besuchen das Gesch\u00e4ft von Chetan, der uns alles zeigt und etwas von seiner Arbeit erz\u00e4hlt. P\u00fcnktlich um 12 Uhr sind wir wieder zur\u00fcck im Convent und werden zwecks St\u00e4rkung f\u00fcr unsere anstrengende R\u00fcckreise mit Kulinarischem aus der kenianischen K\u00fcche verw\u00f6hnt, zubereitet von Bernardine und dem K\u00fcchenteam um Millicent. Gegen 14 Uhr begeben wir uns dann auf die erste Etappe unserer Heimfahrt, nicht ohne uns zuvor von der \u00e4ltesten Schwester Schoscho geb\u00fchrend zu verabschieden. Schwester Genevieve, Bernardine, Sybilla, Enock und Michael, ebenfalls ein Filmemacher und Freund von Enock, begleiten uns auf der Fahrt nach Kisumu um sicher zu gehen, dass wir wohlbehalten dort ankommen. Kisumu ist derzeit, wie berichtet, ein recht unruhiges Pflaster. Der Flughafen liegt etwas au\u00dferhalb der Stadt und wir m\u00fcssen auf dem Weg dorthin eine Stra\u00dfensperre umfahren. Schwester Genevieve und Enock sprechen kurz vom Auto aus mit den M\u00e4nnern, die versuchen, den stockenden Verkehr zu regeln und diese erkl\u00e4ren unserem Fahrer dann den k\u00fcrzesten und sichersten Weg zum Flughafen. Am Flughafen angekommen sehen wir dann von weitem schwarze Rauchschwaden \u00fcber der Innenstadt, die wohl von brennenden Autoreifen an weiteren Stra\u00dfensperren herr\u00fchren. Da bis zum Abflug etwas Zeit verbleibt, sitzen wir mit unseren Freunden noch kurz im Au\u00dfenbereich des Airports beisammen und genie\u00dfen ein k\u00fchles Getr\u00e4nk, bevor wir uns schlie\u00dflich in die Abflughalle begeben und mit etwas Versp\u00e4tung Richtung Nairobi abheben. Dort treten wir dann nach einer weiteren Wartezeit von etwa zwei Stunden den Rest unserer Heimreise nach Deutschland an. Schlie\u00dflich erreichen wir am n\u00e4chsten Morgen gegen 5:30 Uhr wieder heimatliche Gefilde.<\/p>\n<p>Sybilla und Bernardine schauen sich an den Tagen nach unserer Abreise noch verschiedene Grundst\u00fccke an, die in der N\u00e4he des Waisenhauses bzw. Bildungshauses liegen und zum Verkauf stehen. All die Tiere, die mittlerweile zum Waisenhaus geh\u00f6ren und zum Teil derzeit noch bei dem Verein nahestehenden Freunden und Helfern untergebracht sind, sollen zuk\u00fcnftig gemeinsam auf einer eigenen Weide leben. Die beiden werden tats\u00e4chlich unweit des Bildungshauses f\u00fcndig und kurz nach ihrer R\u00fcckkehr wird von Deutschland aus mit Unterst\u00fctzung von einigen Freunden vor Ort in Kakamega der Kauf abgewickelt. Ein weiterer kleiner \u201eMeilenstein\u201c f\u00fcr die Projektarbeit von Quiet Way ist dadurch gesetzt.<\/p>\n<p>An dieser Stelle noch einen ganz herzlichen Dank an alle diesj\u00e4hrigen Kakamega-Reisenden. Wir haben Einiges bewirkt und verbessert sowie mit den Kindern viele unbeschwerte Momente verbracht. Unsere Arbeit war stets der M\u00fche wert!<\/p>\n<p>Armin<\/p>\n<p>M\u00f6mbris-K\u00f6nigshofen, im November 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schnell doch so ein Jahr vergeht! Unsere kleine Reisegruppe, bestehend aus Bernardine, Sybilla, Barbara, Marga, Erika und mir, trifft sich in der riesigen Abflughalle des Frankfurter Flughafens. Wir alle sind sehr gespannt, was uns auf der gemeinsamen Reise so erwarten wird. 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